26.11.2014

Jahreshauptversammlung der Aktionäre am 24.11.2014

Bedingt durch den aktuellen Mißerfolg in der Bundesliga wurden sehr interessante Äußerungen gemacht, insbesondere was man bei einem Jahr ohne Champions League erwarten könne.

"Durch nochmals deutlich verbesserte Erlöse aus dem Sponsoring sowie Mehrausschüttungen aus der internationalen Vermarktung der Liga erwartet Watzke Zusatzeinnahmen, die den Netto-Erlösen eines Champions-League-Jahres entsprächen."

BVB Homepage, 24.11.2014
BVB präsentiert Aktionären zweistelligen Millionengewinn

Konkret werden 12 Millionen Einnahmen durch die TV Auslandsvermarktung erwartet, beim Sponsoring ein Betrag in ähnlicher Höhe. Da diese Einnahmen nicht durch Erfolgsprämien und ähnliches geschmälert werden, würde sich an den Rendite Möglichkeiten also nicht all zuviel ändern.

Da Watzke die Netto-Erlöse einer Champions League Teilnahme mit ca. 20 Mio benannt hatte und Zusatzeinnahmen in dieser Größenordnung anstehen, dürfte man bei einer Euro League Teilnahme im Prinzip kaum nennenswerte Umsatzrückgänge gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen haben.

Sehr interessant waren bei der Fragestunde auch die Ausführungen zu den Spielerverträgen. Nicht nur die Erfolgsprämien sind mit bis zu 40% sehr variabel, auch die Sockelbeträge selbst würden sich ändern: Es gäbe für jedes Szenario einen unterschiedlichen Sockelbetrag: nicht international, Euro League oder Champions League.

TV Auslandsvermarktung


21.11.2014

Borussia Dortmund ist schuldenfrei

Nach Aussage von Hans-Joachim Watzke ist Borussia Dortmund schuldenfrei.

"Wir müssen keine Zinsen mehr zahlen, keine Tilgungen mehr leisten. Nullkommanull! Das wird dazu führen, dass wir den Etat anheben können", sagte der BVB-Geschäftsführer den "Ruhr Nachrichten"

"Allein mit dieser Maßnahme werden pro Saison etwa fünf bis sechs Millionen Euro frei, die nicht mehr für Zinsen und Tilgung ausgegeben werden müssen."

Quellen:
Ruhrnachrichten, 20.11.2014
Watzke: "Der BVB hat keinen Euro Schulden mehr"

Süddeutsche Zeitung, 21.8.2014
BVB will die Schulden am Stadion ablösen

Auf der gestrigen Jahreshauptversammlung der Aktionäre am 23.11.2015 wurde in der Fragestunde das Thema "Schuldenfreiheit" erörtert. Es ging um die Frage eines Aktionärs, warum Borussia Dortmund überhaupt eine Schuldenfreiheit angestrebt hätte. So hat Watzke geantwortet:

"Da haben Sie betriebswirtschaftlich völlig Recht. Schuldenfreiheit an und für sich ist ja kein Wert. Fakt ist, für Borussia Dortmund ist es ein massiver Wert, der auch die Vorfälligkeitsentschädigung wert war. Wenn man diese Historie die Borussia Dortmund hat, mit den 200 Mio Schulden noch vor 10 Jahren, die im Prinzip als einziger börsennotierter Verein dafür gesorgt hat, daß börsennotierte Fussballvereine in Deutschland skeptisch gesehen werden, dann ist genau das, nämlich dieses Etikett „Schuldenfreiheit“ für die Marke Borussia Dortmund mehr wert als jede Vorfälligkeitsentschädigung.

Deshalb ist das genau das entscheidende Thema, genau wie Hoeneß vor 10 Jahren den Bayern dieses Etikett Festgeld umgehängt hat und das immer und überall Einklang in sämtliche Kommunikationsstrategien gefunden hat."

14.11.2014

Die Quartalszahlen und ein Ausblick

Borussia Dortmund hat im ersten Quartal einen Umsatz von 70 Mio erzielt, gegenüber dem Vorjahr (59,5 Mio) eine Steigerung von 17%. Beim Gewinn (2,4 Mio gegenüber 1,4 Mio) fällt die Steigerung mit 71% noch deutlicher aus. Die Personalkosten Quote ist gar auf 35% gesunken.

Diese Zahlen sind nicht nur auf den ersten Blick sehr gut. Man bedenke, daß in der neuesten Analyse von Hauck & Aufhäuser mit Kursziel 7 Euro ein Gewinn für das gesamte Jahr von 2,7 Mio in Aussicht gestellt wurde, sowie für das Gesamtjahr eine Umsatzsteigerung von lediglich 2% auf 266,5 Mio. Diese Schätzungen werden in jedem Fall deutich übertroffen. Ich schätze den Gesamtumsatz auf mindestens 280 Mio und den Gewinn auf deutlich über 12 Mio (Achtelfinale in der Champions League und Viertelfinale im Pokal vorausgesetzt). Für den Fall, daß Reus wechselt, dürfte der Umsatz klar über 300 Mio liegen, sowie der Gewinn deutlich über 30 Mio.

Aber auch auf den zweiten Blick sind die Zahlen wirklich sehr gut. Bedingt durch die Kapitalerhöhungen ist das Eigenkapital von 142,17 Mio. auf 287,42 Mio. Euro gestiegen. Dadurch steigt unmittelbar der Buchwert der Aktie. Der Analyst von Bankhaus Lampe nannte am 23.8.2014 den Buchwert je Aktie noch bei 2,30, dieser hat sich nun auf 3,05 je Aktie erhöht, trotz Verwässerung.

Im nächsten Geschäftsjahr hat man in etlichen Geschäftsbereichen deutliche Steigerungen, z.B. verdoppeln sich die Einnahmen aus dem Leistungstopf der TV Auslandsvermarktung. Natürlich ist die Champions League ganz außerordentlich wichtig, aber nicht so spielentscheidend, daß man gleich mehrere hundert Millionen bei der Börsenkapitalisierung abziehen könnte:

In der vergangenen Saison hat Borussia Dortmund in der Champions League durch die UEFA insgesamt 34,725 Millionen Euro eingenommen. Der Euro League Sieger Sevilla hatte 14,61 Millionen Einnahmen erzielt, die Differenz beträgt also lediglich 20 Mio, im Euro League Viertelfinale wären es 26 Millionen. In der Euro League hätte man mit dem Sechszehntel-Finale ein zusätzliches Heimspiel.

Der Umsatz dürfte in einer Euro League Saison mittlerweile bei über 250 Mio liegen, wahrscheinlich aber mehr. CFO Treß hat schwarze Zahlen in Aussicht gestellt, sollte man für die nächste Saison die Champions League verpassen.

Da die Zahlen zum laufenden Geschäftsjahr deutlich besser ausfallen werden als von den Analysten prognostiziert, dürfte das Kursziel kaum unter 6 Euro sinken, das entspräche einer Börsenkapitalisierung von 552 Mio.


Quellen:

Quartalsbericht zum download, BVB Homepage, 14.11.2014:
Quartalsfinanzbericht 1. Quartal 2014/15

Buchwert der Aktie
Börsengeflüster, 14.11.2014
Borussia Dortmund: Ein schlagendes Argument

Analyse von Hauck & Aufhäuser zum download, BVB Homepage, 11.9.2014
Hauck & Aufhäuser

Besprechung der Bankhaus Lampe Analyse auf diesem Blog, 22.1.2014
Analyst Christoph Schlienkamp von Bankhaus Lampe

schwarze Zahlen in einer Euro League Saison auf diesem Blog, 2.11.2014
Watzke und Treß zu einer Saison ohne Champions League

TV Auslandsvermarktung auf diesem Blog, 18.12.2013
TV Auslandsvermarktung




12.11.2014

Marco Reus

Derzeit gibt es einige Spekulationen um Reus. Als sehr wahrscheinlich gilt, daß Reus nicht zu halten ist für den Fall, daß sich Borussia Dortmund nicht erneut für die Champions League qualifiziert.
Reus hat eine Ausstiegsklausel, diese liegt nach unterschiedlichen Angaben zwischen 25 und 35 Mio. Am 31.10. schrieb Röckenhaus in der Süddeutschen, daß die Ausstiegsklausel für Reus eher bei 30 statt 25 Mio liegt.

Für den Fall, daß Reus tatsächlich für 30 Millionen wechselt, hätte man durch diesen Wechsel 23,2 Mio Reingewinn zusätzlich, da Reus dann noch mit 6,8 Mio in der Bilanz steht. Da ich für das Geschäftsjahr Ex-Transfers einen ähnlichen Gewinn wie im Vorjahr erwarte, hätte man damit insgesamt einen Gewinn von deutlich über 30 Millionen, das wäre der zweithöchste Gewinn in der Geschichte der Bundesliga.

Natürlich gibt es weiterhin die Variante, daß Reus gehalten werden könnte. Dabei gibt es mehrere Quellen, die darüber spekulieren, daß sich Puma und/oder die anderen Gesellschafter-Sponsoren an diesem Deal beteiligen könnten. Freddie Röckenhaus in der Süddeutschen Print vom 31.10. und 6.11.2014, sowie die Bild Zeitung seien hier genannt. Freddie Röckenhaus spekulierte dabei recht konkret: 9 Mio jährlich, sowie ein Handgeld in ähnlicher Höhe, um die Ausstiegsklausel abzukaufen.

Ich gehe davon aus, daß Puma eine Kompensationszahlung leisten würde, falls Reus geht. Das ist aber spekulativ. Ich halte es aber für unwahrscheinlich, daß Puma ohne irgendwelche Zugeständnisse 5% der BVB Anteile übernehmen durfte.


07.11.2014

Hauptsponsor Evonik (aktualisiert am 6.9.2016)

Genannt werden unterschiedliche Beträge: rund 18 bis deutlich über 20 Millionen Euro jährlich

Im Juni 2014 wurde ein neuer Vertrag unterzeichnet mit einer Laufzeit bis 2025. Die Ruhrnachrichten nennen rund 18 Millionen, Der Westen 20 Mio und die Süddeutsche deutlich über 20 Millionen jährlich.

Im Meisterjahr 2010/11 lag der Sockelbetrag des Hauptsponsors noch bei 7,5 Millionen, dieser wurde Anfang 2012 auf 12 Millionen erhöht.

Die langjährigen Verträge mit dem Hauptsponsor Evonik und Ausrüster Puma wurden teilweise hart kritisiert. Allerdings haben die langjährigen Vertragslaufzeiten durchaus was für sich, sie mindern zwar die Chancen im Erfolgsfall, dafür sieht es im Mißerfolgsfall umso besser aus:

"Die Erlöse aus Sponsoringverträgen etwa seien durch eine entsprechende vertragliche Gestaltung weitgehend vom kurzfristigen sportlichen Erfolg abgekoppelt worden."

The Wallstreet Journal, 7.11.2014
Borussia Dortmund ohne Champions League - geht das finanziell?

Watzke nannte auf der Jahreshauptversammlung höhere Sponsoreneinnahmen in der nächsten Saison in zweistelliger Millionenhöhe bei Nichtteilnahme an der Champions League. Es handelt sich offensichtlich um Staffelverträge.

Jahreshauptversammlung

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Christian Kullmann machte in einem doppelseitigen Interview im Handelsblatt sehr deutliche Aussagen zu den Sponsorenzahlungen, das Capital zitiert daraus:

„Ganz gleich, was wir zahlen – der Imageeffekt ist größer“

Capital, 29.8.2016
Borussia Evonik gegen Bayer München

Im Originalinterview nannte der designierte Vorstandsvorsitzende eine deutliche Unterbewertung der BVB Aktie, sie würde deutlich zulegen und hätte erhebliches Nachholpotential

Handelsblatt, 25.8.2016
„Wir schaffen es, die Bayern zu schlagen“


04.11.2014

Manchester United (aktualisiert 12.9.2016)

Die Marktkapitalisierung von Manchester United liegt durchgehend bei über zwei Milliarden Euro. Es werden 39.777.957 Aktien der Klasse A an der Börse gehandelt, weitere 124 Mio Aktien der Klasse B werden nicht an der Börse gehandelt. So hat sich BVB Analyst Marcus Silbe zu Manchester United geäußert:

"Angesichts der sportlichen Erfolge und wirtschaftlichen Daten sei ein Abschlag von 90 Prozent zu dem britischen Kontrahenten nicht länger gerechtfertigt." 

Die Peergroup

Zwar ist die Börsenkapitalisierung von Borussia Dortmund seit diesen Aussagen erheblich gestiegen, die Diskrepanz in der Bewertung ist aber weiterhin viel zu hoch. Es geht da nicht um 20 oder 40 Mio, sondern um hunderte Millionen Euro. Würde Borussia Dortmund mit dem zweifachem Umsatz gehandelt, läge die Börsenkapitalisierung bei

752 Millionen

Dies entspräche einem Aktienkurs von 8,17

(Für das laufende Geschäftsjahr wird ein ähnlicher Umsatz erwartet wie im abgelaufenden Jahr, nächstes Jahr wird der Umsatz sogar bei einem Verpassen der Champions League aufgrund des neuen TV Vertrages steigen)

Daß Manchester United die wertvollere Marke ist, würde dabei vollauf berücksichtigt, Manchester United wird mit dem vierfachen Umsatz gehandelt, in einem Artikel von Forbes wird sogar der sechsfache Umsatz als möglich bezeichnet: 

Forbes.com, 6.3.2014
Five Reasons

Bei einem Kurs-Umsatzverhältnis von 2 würde man die BVB Aktie mit einem ganz erheblichen Bewertungsabschlag ggü der ManUtd Aktie bewerten, ich halte daher die Aussagen von BVB Analyst Marcus Silbe von Seydler für nachvollziehbar.




02.11.2014

Watzke und Treß zu einer Saison ohne Champions League

In dem  Artikel "Borussia Dortmund ohne Champions League - geht das finanziell?" im Wallstreet Journal vom 7.11.2014 äußert sich CFO Treß zu einem Jahr ohne Champions League:

„Wir würden in diesem Fall übrigens gleichwohl für 2015/16 keinen Verlust ausweisen

"Die Erlöse aus Sponsoringverträgen etwa seien durch eine entsprechende vertragliche Gestaltung weitgehend vom kurzfristigen sportlichen Erfolg abgekoppelt worden."

In der Doppelpass Sendung vom 2.11.2014 wurde dies erneut thematisiert:

„Heute sind wir wirtschaftlich so stark, dass wir auch ein Jahr ohne internationalen Fußball verkraften können“


Quellen:

The Wallstreet Journal, 7.11.2014
Borussia Dortmund ohne Champions League - geht das finanziell?

dpa/Sport1, 2.11.2014
Im Doppelpass