26.11.2014

Jahreshauptversammlung der Aktionäre am 24.11.2014

Bedingt durch den aktuellen Mißerfolg in der Bundesliga wurden sehr interessante Äußerungen gemacht, insbesondere was man bei einem Jahr ohne Champions League erwarten könne.

"Durch nochmals deutlich verbesserte Erlöse aus dem Sponsoring sowie Mehrausschüttungen aus der internationalen Vermarktung der Liga erwartet Watzke Zusatzeinnahmen, die den Netto-Erlösen eines Champions-League-Jahres entsprächen."

BVB Homepage, 24.11.2014
BVB präsentiert Aktionären zweistelligen Millionengewinn

Konkret werden 12 Millionen Einnahmen durch die TV Auslandsvermarktung erwartet, beim Sponsoring ein Betrag in ähnlicher Höhe. Da diese Einnahmen nicht durch Erfolgsprämien und ähnliches geschmälert werden, würde sich an den Rendite Möglichkeiten also nicht all zuviel ändern.

Da Watzke die Netto-Erlöse einer Champions League Teilnahme mit ca. 20 Mio benannt hatte und Zusatzeinnahmen in dieser Größenordnung anstehen, dürfte man bei einer Euro League Teilnahme im Prinzip kaum nennenswerte Umsatzrückgänge gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen haben.

Sehr interessant waren bei der Fragestunde auch die Ausführungen zu den Spielerverträgen. Nicht nur die Erfolgsprämien sind mit bis zu 40% sehr variabel, auch die Sockelbeträge selbst würden sich ändern: Es gäbe für jedes Szenario einen unterschiedlichen Sockelbetrag: nicht international, Euro League oder Champions League.

TV Auslandsvermarktung


21.11.2014

Borussia Dortmund ist schuldenfrei

Nach Aussage von Hans-Joachim Watzke ist Borussia Dortmund schuldenfrei.

"Wir müssen keine Zinsen mehr zahlen, keine Tilgungen mehr leisten. Nullkommanull! Das wird dazu führen, dass wir den Etat anheben können", sagte der BVB-Geschäftsführer den "Ruhr Nachrichten"

"Allein mit dieser Maßnahme werden pro Saison etwa fünf bis sechs Millionen Euro frei, die nicht mehr für Zinsen und Tilgung ausgegeben werden müssen."

Quellen:
Ruhrnachrichten, 20.11.2014
Watzke: "Der BVB hat keinen Euro Schulden mehr"

Süddeutsche Zeitung, 21.8.2014
BVB will die Schulden am Stadion ablösen

Auf der gestrigen Jahreshauptversammlung der Aktionäre am 23.11.2015 wurde in der Fragestunde das Thema "Schuldenfreiheit" erörtert. Es ging um die Frage eines Aktionärs, warum Borussia Dortmund überhaupt eine Schuldenfreiheit angestrebt hätte. So hat Watzke geantwortet:

"Da haben Sie betriebswirtschaftlich völlig Recht. Schuldenfreiheit an und für sich ist ja kein Wert. Fakt ist, für Borussia Dortmund ist es ein massiver Wert, der auch die Vorfälligkeitsentschädigung wert war. Wenn man diese Historie die Borussia Dortmund hat, mit den 200 Mio Schulden noch vor 10 Jahren, die im Prinzip als einziger börsennotierter Verein dafür gesorgt hat, daß börsennotierte Fussballvereine in Deutschland skeptisch gesehen werden, dann ist genau das, nämlich dieses Etikett „Schuldenfreiheit“ für die Marke Borussia Dortmund mehr wert als jede Vorfälligkeitsentschädigung.

Deshalb ist das genau das entscheidende Thema, genau wie Hoeneß vor 10 Jahren den Bayern dieses Etikett Festgeld umgehängt hat und das immer und überall Einklang in sämtliche Kommunikationsstrategien gefunden hat."

14.11.2014

Die Quartalszahlen und ein Ausblick

Borussia Dortmund hat im ersten Quartal einen Umsatz von 70 Mio erzielt, gegenüber dem Vorjahr (59,5 Mio) eine Steigerung von 17%. Beim Gewinn (2,4 Mio gegenüber 1,4 Mio) fällt die Steigerung mit 71% noch deutlicher aus. Die Personalkosten Quote ist gar auf 35% gesunken.

Diese Zahlen sind nicht nur auf den ersten Blick sehr gut. Man bedenke, daß in der neuesten Analyse von Hauck & Aufhäuser mit Kursziel 7 Euro ein Gewinn für das gesamte Jahr von 2,7 Mio in Aussicht gestellt wurde, sowie für das Gesamtjahr eine Umsatzsteigerung von lediglich 2% auf 266,5 Mio. Diese Schätzungen werden in jedem Fall deutich übertroffen. Ich schätze den Gesamtumsatz auf mindestens 280 Mio und den Gewinn auf deutlich über 12 Mio (Achtelfinale in der Champions League und Viertelfinale im Pokal vorausgesetzt). Für den Fall, daß Reus wechselt, dürfte der Umsatz klar über 300 Mio liegen, sowie der Gewinn deutlich über 30 Mio.

Aber auch auf den zweiten Blick sind die Zahlen wirklich sehr gut. Bedingt durch die Kapitalerhöhungen ist das Eigenkapital von 142,17 Mio. auf 287,42 Mio. Euro gestiegen. Dadurch steigt unmittelbar der Buchwert der Aktie. Der Analyst von Bankhaus Lampe nannte am 23.8.2014 den Buchwert je Aktie noch bei 2,30, dieser hat sich nun auf 3,05 je Aktie erhöht, trotz Verwässerung.

Im nächsten Geschäftsjahr hat man in etlichen Geschäftsbereichen deutliche Steigerungen, z.B. verdoppeln sich die Einnahmen aus dem Leistungstopf der TV Auslandsvermarktung. Natürlich ist die Champions League ganz außerordentlich wichtig, aber nicht so spielentscheidend, daß man gleich mehrere hundert Millionen bei der Börsenkapitalisierung abziehen könnte:

In der vergangenen Saison hat Borussia Dortmund in der Champions League durch die UEFA insgesamt 34,725 Millionen Euro eingenommen. Der Euro League Sieger Sevilla hatte 14,61 Millionen Einnahmen erzielt, die Differenz beträgt also lediglich 20 Mio, im Euro League Viertelfinale wären es 26 Millionen. In der Euro League hätte man mit dem Sechszehntel-Finale ein zusätzliches Heimspiel.

Der Umsatz dürfte in einer Euro League Saison mittlerweile bei über 250 Mio liegen, wahrscheinlich aber mehr. CFO Treß hat schwarze Zahlen in Aussicht gestellt, sollte man für die nächste Saison die Champions League verpassen.

Da die Zahlen zum laufenden Geschäftsjahr deutlich besser ausfallen werden als von den Analysten prognostiziert, dürfte das Kursziel kaum unter 6 Euro sinken, das entspräche einer Börsenkapitalisierung von 552 Mio.


Quellen:

Quartalsbericht zum download, BVB Homepage, 14.11.2014:
Quartalsfinanzbericht 1. Quartal 2014/15

Buchwert der Aktie
Börsengeflüster, 14.11.2014
Borussia Dortmund: Ein schlagendes Argument

Analyse von Hauck & Aufhäuser zum download, BVB Homepage, 11.9.2014
Hauck & Aufhäuser

Besprechung der Bankhaus Lampe Analyse auf diesem Blog, 22.1.2014
Analyst Christoph Schlienkamp von Bankhaus Lampe

schwarze Zahlen in einer Euro League Saison auf diesem Blog, 2.11.2014
Watzke und Treß zu einer Saison ohne Champions League

TV Auslandsvermarktung auf diesem Blog, 18.12.2013
TV Auslandsvermarktung




12.11.2014

Marco Reus

Derzeit gibt es einige Spekulationen um Reus. Als sehr wahrscheinlich gilt, daß Reus nicht zu halten ist für den Fall, daß sich Borussia Dortmund nicht erneut für die Champions League qualifiziert.
Reus hat eine Ausstiegsklausel, diese liegt nach unterschiedlichen Angaben zwischen 25 und 35 Mio. Am 31.10. schrieb Röckenhaus in der Süddeutschen, daß die Ausstiegsklausel für Reus eher bei 30 statt 25 Mio liegt.

Für den Fall, daß Reus tatsächlich für 30 Millionen wechselt, hätte man durch diesen Wechsel 23,2 Mio Reingewinn zusätzlich, da Reus dann noch mit 6,8 Mio in der Bilanz steht. Da ich für das Geschäftsjahr Ex-Transfers einen ähnlichen Gewinn wie im Vorjahr erwarte, hätte man damit insgesamt einen Gewinn von deutlich über 30 Millionen, das wäre der zweithöchste Gewinn in der Geschichte der Bundesliga.

Natürlich gibt es weiterhin die Variante, daß Reus gehalten werden könnte. Dabei gibt es mehrere Quellen, die darüber spekulieren, daß sich Puma und/oder die anderen Gesellschafter-Sponsoren an diesem Deal beteiligen könnten. Freddie Röckenhaus in der Süddeutschen Print vom 31.10. und 6.11.2014, sowie die Bild Zeitung seien hier genannt. Freddie Röckenhaus spekulierte dabei recht konkret: 9 Mio jährlich, sowie ein Handgeld in ähnlicher Höhe, um die Ausstiegsklausel abzukaufen.

Ich gehe davon aus, daß Puma eine Kompensationszahlung leisten würde, falls Reus geht. Das ist aber spekulativ. Ich halte es aber für unwahrscheinlich, daß Puma ohne irgendwelche Zugeständnisse 5% der BVB Anteile übernehmen durfte.


07.11.2014

Hauptsponsor Evonik (aktualisiert am 6.9.2016)

Genannt werden unterschiedliche Beträge: rund 18 bis deutlich über 20 Millionen Euro jährlich

Im Juni 2014 wurde ein neuer Vertrag unterzeichnet mit einer Laufzeit bis 2025. Die Ruhrnachrichten nennen rund 18 Millionen, Der Westen 20 Mio und die Süddeutsche deutlich über 20 Millionen jährlich.

Im Meisterjahr 2010/11 lag der Sockelbetrag des Hauptsponsors noch bei 7,5 Millionen, dieser wurde Anfang 2012 auf 12 Millionen erhöht.

Die langjährigen Verträge mit dem Hauptsponsor Evonik und Ausrüster Puma wurden teilweise hart kritisiert. Allerdings haben die langjährigen Vertragslaufzeiten durchaus was für sich, sie mindern zwar die Chancen im Erfolgsfall, dafür sieht es im Mißerfolgsfall umso besser aus:

"Die Erlöse aus Sponsoringverträgen etwa seien durch eine entsprechende vertragliche Gestaltung weitgehend vom kurzfristigen sportlichen Erfolg abgekoppelt worden."

The Wallstreet Journal, 7.11.2014
Borussia Dortmund ohne Champions League - geht das finanziell?

Watzke nannte auf der Jahreshauptversammlung höhere Sponsoreneinnahmen in der nächsten Saison in zweistelliger Millionenhöhe bei Nichtteilnahme an der Champions League. Es handelt sich offensichtlich um Staffelverträge.

Jahreshauptversammlung

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Christian Kullmann machte in einem doppelseitigen Interview im Handelsblatt sehr deutliche Aussagen zu den Sponsorenzahlungen, das Capital zitiert daraus:

„Ganz gleich, was wir zahlen – der Imageeffekt ist größer“

Capital, 29.8.2016
Borussia Evonik gegen Bayer München

Im Originalinterview nannte der designierte Vorstandsvorsitzende eine deutliche Unterbewertung der BVB Aktie, sie würde deutlich zulegen und hätte erhebliches Nachholpotential

Handelsblatt, 25.8.2016
„Wir schaffen es, die Bayern zu schlagen“


04.11.2014

Manchester United (aktualisiert 12.9.2016)

Die Marktkapitalisierung von Manchester United liegt durchgehend bei über zwei Milliarden Euro. Es werden 39.777.957 Aktien der Klasse A an der Börse gehandelt, weitere 124 Mio Aktien der Klasse B werden nicht an der Börse gehandelt. So hat sich BVB Analyst Marcus Silbe zu Manchester United geäußert:

"Angesichts der sportlichen Erfolge und wirtschaftlichen Daten sei ein Abschlag von 90 Prozent zu dem britischen Kontrahenten nicht länger gerechtfertigt." 

Die Peergroup

Zwar ist die Börsenkapitalisierung von Borussia Dortmund seit diesen Aussagen erheblich gestiegen, die Diskrepanz in der Bewertung ist aber weiterhin viel zu hoch. Es geht da nicht um 20 oder 40 Mio, sondern um hunderte Millionen Euro. Würde Borussia Dortmund mit dem zweifachem Umsatz gehandelt, läge die Börsenkapitalisierung bei

752 Millionen

Dies entspräche einem Aktienkurs von 8,17

(Für das laufende Geschäftsjahr wird ein ähnlicher Umsatz erwartet wie im abgelaufenden Jahr, nächstes Jahr wird der Umsatz sogar bei einem Verpassen der Champions League aufgrund des neuen TV Vertrages steigen)

Daß Manchester United die wertvollere Marke ist, würde dabei vollauf berücksichtigt, Manchester United wird mit dem vierfachen Umsatz gehandelt, in einem Artikel von Forbes wird sogar der sechsfache Umsatz als möglich bezeichnet: 

Forbes.com, 6.3.2014
Five Reasons

Bei einem Kurs-Umsatzverhältnis von 2 würde man die BVB Aktie mit einem ganz erheblichen Bewertungsabschlag ggü der ManUtd Aktie bewerten, ich halte daher die Aussagen von BVB Analyst Marcus Silbe von Seydler für nachvollziehbar.




02.11.2014

Watzke und Treß zu einer Saison ohne Champions League

In dem  Artikel "Borussia Dortmund ohne Champions League - geht das finanziell?" im Wallstreet Journal vom 7.11.2014 äußert sich CFO Treß zu einem Jahr ohne Champions League:

„Wir würden in diesem Fall übrigens gleichwohl für 2015/16 keinen Verlust ausweisen

"Die Erlöse aus Sponsoringverträgen etwa seien durch eine entsprechende vertragliche Gestaltung weitgehend vom kurzfristigen sportlichen Erfolg abgekoppelt worden."

In der Doppelpass Sendung vom 2.11.2014 wurde dies erneut thematisiert:

„Heute sind wir wirtschaftlich so stark, dass wir auch ein Jahr ohne internationalen Fußball verkraften können“


Quellen:

The Wallstreet Journal, 7.11.2014
Borussia Dortmund ohne Champions League - geht das finanziell?

dpa/Sport1, 2.11.2014
Im Doppelpass


27.10.2014

Borussia Dortmund in der Krise, was bedeutet das für die Aktie?

Borussia Dortmund wird in der nächsten Saison möglicherweise nicht in der Champions League spielen, eventuell auch nicht in der Euro League. In diesem Fall hätte man vermutlich ca. 230-240 Mio Umsatz, also ein Rückgang um höchstens ca. 40-50 Mio, da man in dieser Saison wohl ca. 280 Millionen Umsatz haben wird.

Man würde in einigen Kernbereichen dennoch deutlich zulegen, z.B. bei der TV Auslandsvermarktung, wo sich die Einnahmen aus dem Leistungstopf glatt verdoppeln. Auch bei den TV Bundesliga Einnahmen sind Steigerungen zu erwarten.

Die Börsenkapitalisierung ist aufgrund der sehr schlechten Bundesliga Ergebnisse bereits deutlich zurückgegangen, da ist bereits einiges Unheil „eingepreist". Bei einem Aktienkurs von 5 Euro hätte man eine Börsenkapitalisierung von 460 Millionen, das entspräche noch nicht mal dem zweifachen Umsatz bei Nicht Qualifikation zur Champions League, damit wäre die BVB Aktie sehr, sehr günstig. Bei einem Aktienkurs von knapp 4 Euro hätte man eine um 100 Millionen günstigere Börsenkapitalisierung, damit wäre die BVB Aktie selbst im Worst Case dramatisch unterbewertet.

Die Analysten von Hauch & Aufhäuser sehen die faire Bewertung bei einem Aktienkurs von 8 Euro, das entspräche einer Börsenkapitalisierung von 736 Millionen Euro, bzw. ca. dem dreifachen Umsatz. Bei Nicht Qualifikation zur Champions League könnte man den fairen Wert um 100 Mio herabsetzen, eventuell auch mehr, aber keineswegs um 400 Mio oder ähnliches.

Zum Vergleich, der HSV, bzw. VFB Stuttgart werden laut Gutachten mit ca. 300 Mio bewertet, beide werden nicht Champions League spielen, beide haben noch nicht mal einen halb so hohen Umsatz wie Borussia Dortmund. Von jährlichen Gewinnen ganz zu schweigen. Wenn der Kaderwert von Borussia Dortmund um 260 Mio zurückginge, hätte man einen ähnlich hohen Kaderwert wie der HSV, dies ist aber sehr unwahrscheinlich. Durch die Kapitalerhöhung bekam Borussia Dortmund 140 Millionen in die Kriegskasse, von derartigen Summen ist der HSV weit entfernt, auch bei den Sponsoren Einnahmen liegt Borussia Dortmund weit vorn.

Ohne Transfers wird Borussia Dortmund im laufenden Geschäftsjahr einen zweistelligen Millionen Gewinn machen, dieser würde im Fall eines Reus’ Transfers zu einem neuen Rekordgewinn anwachsen. Die Gewinnprognose wird sich aufgrund der Bundesliga Niederlagen zunächst sogar leicht verbessern, da man weniger Erfolgsprämien zahlen muss, an der Einahme Situation würde sich erst im nächsten Jahr etwas ändern.

Demnächst kommen die Quartalszahlen, diese werden vermutlich sehr gut ausfallen, auch die Dividende in Höhe von 10 Cent wird sehr wahrscheinlich von den Aktionären genehmigt.

Im letzten Jahr hatte die BVB Aktie nach einer 0:3 Heimniederlage gegen Bayern München einen Tiefpunkt bei 3,41 danach stieg die Aktie, obwohl es weitere sehr wichtige Niederlagen in der Bundesliga gab und obwohl die BVB Aktie EX Dividende gehandelt wurde. Kurstreibend wirkten sich die Aussagen von Watzke auf der Jahreshauptversammlung aus, der Aktienkurs stieg in zwei Tagen von 3,41 auf 3,65 inklusive Dividende 3,75, also ein Kursaufschwung von ca. 10%




24.10.2014

Chartanalyse der BVB Aktie

Übernommen aus dem Ariva Thread von dem User Charleston:

Starkes Umkehrsignal

Mit dem heutigen Schlusskurs haben wir ein Bullish-Engulfing-Pattern auf -->Wochenbasis<-- gebildet.

Diese Formation besteht in diesem Fall aus den letzten drei Wochenkerzen. Psychologisch ist dieses Muster wie folgt zu verstehen:
Als Ausdruck größter Schwäche wird der Handel in einem bestehenden Abwärtstrend mit einer Kurslücke nach unten eröffnet, der negative Trend scheint sich also zu beschleunigen. Doch dann geschieht Bedeutendes: Nicht nur die Kurslücke wird geschlossen, nein, auch der gesamte Kursverlust der Vorwoche (in diesem Fall 2 Wochen!) wird wettgemacht und –also sollte das nicht Ausdruck von Stärke genug sein – es wird sogar ein neues Wochenhoch generiert.

Im Chart ist schön zu sehen, wie die aktuelle grüne Wochenkerze die beiden Vortagswochen vollständig umschließt. Das Tief dieser Formation sollte nun für beträchtliche Zeit eine eiserne Unterstützung darstellen. Wohlgemerkt bedeutet dies nicht, dass der Kurs nicht noch einmal in die Nähe der Tiefs vordringen kann, aber dass neue Tiefs gebildet werden, wird recht unwahrscheinlich.

Es schien in den Kursen vom Beginn der Woche eine Spielzeit ohne Champions League-Teilnahme eingepreist zu sein, was wiederum nahe legt, dass auch bei einem weiterhin schlechten Saisonverlauf kaum noch Abwärtspotenzial vorhanden sein dürfte.


04.06.2014

Die BVB Aktie wird in den S-Dax aufgenommen

Borussia Dortmund hat sich erfolgreich um Aufnahme in den Prime Standard beworben. Da die Marktkapitalisierung in den letzten 12 Monaten deutlich gestiegen ist, die Aktien Umsätze im Schnitt sehr ordentlich sind und der Free Float sehr hoch sind, ist damit die einzige Hürde für die Aufnahme in den S-Dax überwunden worden.

Am 4.6.2014 hat die Deutsche Börse entschieden, daß die BVB Aktie am 23.6.2014 in den S-Dax aufgenommen wird:

Hornbach Baumarkt und Borussia Dortmund werden in SDAX aufgenommen

Die BVB Aktie in der Sommerpause (aktualisiert am 24.5.2017)

Börsengeflüster.de, 23.5.2017

"Wer als Anleger glaubt, dass mit dem 34. Spieltag der Liga nun auch eine eher ruhige Phase für die BVB-Aktie beginnt, täuscht sich übrigens. Meist ist die Performance in der spieltagsfreien Zeit sogar überdurchschnittlich gut, zumal hier wichtige Transfer unter Dach und Fach gebracht werden."

Börse Online, 1.6.2016
BVB-Aktie: Ein fundamentaler und charttechnischer Kauf

"Es ist ein altes Phänomen, dass die BVB-Aktie in der Sommerpause gut performt. Hintergrund könnte sein, dass in dieser Phase Eindeckungen von Short-Positionen erfolgen, die es gerade im letzten Jahr in hohem Maße gab."


So hat sich die BVB Aktie in den vergangenen Sommerpausen entwickelt, jeweils nur XETRA Kurse:

Sommerpause 2016
erster Kurs der Sommerpause am 23.5.2016
3,985
letzter Kurs der Sommerpause am 19.8.2016
4,158

Sommerpause 2015
erster Kurs der Sommerpause am 1.6.2015
3,50
letzter Kurs der Sommerpause am 30.7.2014
4,11

Sommerpause 2014
erster Kurs der Sommerpause am 19.5.2014
3,792
letzter Kurs der Sommerpause am 15.8.2014
4,870

Sommerpause 2013
erster Kurs der Sommerpause am 27.5.2013
3,05
letzter Kurs der Sommerpause am 2.8.2013
3,115

Sommerpause 2012
erster Kurs der Sommerpause am 14.5.2012
2,31
letzter Kurs der Sommerpause am 17.8.2012
2,484

Sommerpause 2011
erster Kurs der Sommerpause am 16.5.2011
2,399
letzter Kurs der Sommerpause am 29.7.2011
2,619

Sommerpause 2010
erster Kurs der Sommerpause am 10.5.2010
1,001
letzter Kurs der Sommerpause am 13.8.2010
1,148


Für Trader interessant ist auch ein Blick auf die jeweilige weitere Entwicklung der BVB Aktie bis zum Saisonhöchstkurs, wenn man den Beginn der Sommerpause als Startpunkt nimmt:


2010 1,001 → Kurs stieg bis November auf 3,69 +269%

2011 2,399 → Kurs stieg bis Februar auf 2,80 +17%

2012 2,31 → Kurs stieg bis Mai auf 3,40 +47%

2013 3,05 → Kurs stieg bis November auf 4,02 +32%

2014 3,792 → Kurs stieg bis Juli auf 5,20 +37%

2015 3,50 → Kurs stieg bis 4,20 +20%

2016 3,985 → Kurs stieg bis 6,30 +58%

In der Rückrunde gab es meist eine klar schlechtere Performance als zu Beginn der Saison. Das hatte aber meist seinen Grund in katastrophalen Analysten Fehleinschätzungen. In der Saison 2010/11 lag das Kursziel von Bankhaus Lampe zu Beginn der Saison bei 1,05 und wurde auf lediglich 1,40 angepasst. 2011/12 lag deren Kursziel bei 2,30 und 2012/13 lag das Konsenskursziel von Silvia Quandt und Bankhaus Lampe zu Beginn der Saison bei 2,75. Die zu Grunde liegenden Prognosen waren weitgehend falsch und wurden teilweise haushoch geschlagen. Notwendige Anpassungen der Prognosen und Kursziele geschahen entweder gar nicht oder aber Monate zu spät.

Dies könnte sich nun allmählich ändern. Zu Beginn der Rückrunde liegt das Konsenskursziel von GSC Research, Oddo Seydler und Bankhaus Lampe bei 6,13. Da Oddo einen eklatanten Unterschied zur fairen Bewertung benennt (diese läge bei einem Aktienkurs von 9,91) und schon zu Beginn der Rückrunde ziemlich klar sein dürfte, daß die Konsensschätzungen der Analysten wiederum klar übertroffen werden, so liegt z.B. die derzeitige Konsensumsatzschätzung bei 357 Mio (tatsächlich wird der Umsatz ohne besondere sportliche Erfolge eher bei 385 Mio liegen), könnte sich der Aktienkurs in der Rückrunde durchaus positiv entwickeln.



25.02.2014

Substanzwerte bei Borussia Dortmund

Hans-Joachim Watzke in einem Interview vom 25.2.2014 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung:
Der aktuelle Zustand tut der Bundesliga nicht gut

"Borussia Dortmund ist völlig unterbewertet... Das Stadion ist über 200 Millionen Euro wert. Wir haben einen Spielerwert von über 300 Millionen. Das sind schon 500 Millionen - von den anderen Dingen gar nicht zu reden. Und der Markt bewertet uns mit 220 Millionen Euro. Eine totale Diskrepanz. Sie haben recht, dass wir darüber nachdenken müssen, wie wir diese Diskrepanz aufheben können."

In diesem Interview äußert er sich auch zur Peergroup, diese wurde vom BVB Analysten Marcus Silbe zuletzt dreimal benannt:

Peergroup

Ruhnachrichten, 27.6.2011 von Daniel Müller
So investiert der BVB fünf Millionen ins Stadion

"Nach Schätzungen hat der Signal Iduna Park einen Wert von 190 Millionen Euro."

16.02.2014

Peer Group Vergleich (aktualisiert 27.4.2015)

Ich habe folgende Fussballvereine mit Borussia Dortmund verglichen:

Manchester United

Juventus Turin

HSV

Analyst Marcus Silbe von Close Brothers Seydler nannte dreimal konkret die Peergroup und stellte dabei die eklatante Unterbewertung der BVB Aktie fest:

Manchester United

"Silbe macht noch einen weiteren Grund für die Aktie aus: die niedrige Bewertung. „Die BVB-Aktie ist noch immer nur ein Zehntel so viel wert wie die von Manchester United." Angesichts der sportlichen Erfolge und wirtschaftlichen Daten sei ein Abschlag von 90 Prozent zu dem britischen Kontrahenten nicht länger gerechtfertigt."

The Wallstreet Journal, 5.11.2013
BVB-Aktie erstmals seit 11 Jahren wieder über 4 Euro


Hertha BSC

"Wenn Hertha 220 Millionen Euro wert ist, dann ist der BVB mindestens das Doppelte wert."

ARD Börse, 5.2.2014
BVB doppelt so viel wert wie Hertha


Bayern München

Und trotzdem: Der Faktor fünf, der zwischen Meister und Vizemeister, Champions-League-Sieger und Champions-League-Finalist klafft, scheint auch dem Analysten Silbe übertrieben. "Bayern ist tendenziell eher zweimal so viel wert wie Dortmund - aber nicht fünfmal so viel."

Angelehnt daran, was die Allianz für ihren 8,33-Prozent-Anteil an den Bayern zahle, sei sogar ein Kurs von 10 Euro "nachvollziehbar"

tagesschau.de, 12.2.2014
FC Bayern fünfmal wertvoller als der BVB


22.01.2014

Analyst Christoph Schlienkamp von Bankhaus Lampe


Bankhaus Lampe nennt ein Kursziel von 5 Euro für den Fall, daß Borussia Dortmund in der 2. Runde des Pokals und in der Gruppenphase der Champions League ausscheidet. Nun ist Borussia Dortmund im Pokal bereits zwei Runden weiter, auch in der Champions League hat man die Gruppenphase überstanden, die Situation hat sich hier schon jetzt spürbar verbessert. Man müsste sich aber erneut für die Champions League qualifizieren, das ist der springende Punkt.

Bei dem neuen Bewertungsmodell von Bankhaus Lampe (Analyse vom 23.8.2013) gibt es zudem ein paar interessante neue Denkansätze, zumindest wenn man dieses mit den bisherigen Analysen von Bankhaus Lampe vergleicht.

Der Buchwert läge bei einem Aktienkurs von 2,30 und die stillen Reserven in Form eines werthaltigen Kaders bei 160 Millionen. Daraus leiten sie ein Kursziel von 5 Euro ab, entspräche einer Marktkapitalisierung von ca. 300 Millionen Euro.

Demgegenüber nennt CFO Treß einen Buchwert bei einem Aktienkurs von 2,96, so wurde es auf der Bilanzpressekonferenz und auch im neuesten Interview von CFO Treß ausdrücklich bestätigt:

Ich mache zwar keine Anlageberatung. Aber ich kann Anlegern zumindest klar machen, dass wir heute bei einem Aktienkurs von 3,50 Euro stehen. Borussia Dortmund aber unter Betrachtung des Eigenkapitals der KGaA einen Buchwert von 2,96 Euro je Aktie aufweist. Darüber hinaus aber im Substanzwert deutlich höher liegt.

Dabei legt Bankhaus Lampe das Konzerneigenkapital zugrunde, während Treß das Eigenkapital der KGaA nimmt.

Im laufenden Geschäftsjahr wird der Kader mit 73,7 Millionen Euro bilanziert, Stand 30.6.2013 waren es noch 28,4 Millionen.

Beim Kaderwert hat Bankhaus Lampe gegenüber transfermarkt.de starke Modifizierungen vorgenommen. Unter anderem haben sie den Wert von Lewandowski auf Null gesetzt, da dieser ablösefrei wechselt und den bilanzierten Kaderwert in Höhe von 73,7 Mio abgezogen. 

Dabei kommen sie auf einen aktuellen Kaderwert von 160 Millionen Euro, weil sie einen weiteren Risikoabschlag ansetzten.

Der Kaderwert ist aber seit der Analyse um 10 Millionen gestiegen. Bankhaus Lampe hat vorsorglich darauf hingewiesen, daß hier die größten Katalysator Effekte versteckt sind, sie haben dabei insbesondere auf Jonas Hofmann hingewiesen. Dessen Marktwert schien zum Zeitpunkt der Analyse mit 0,5 Mio sehr niedrig. Aber selbst der Marktwert von Koray Günter wurde mit 0,5 Mio zu niedrig angesetzt, er wurde im Winter für 2,5 Mio an Galatasaray verkauft. Es gibt Risiken nach unten, aber eben auch Chancen nach oben. Würde man lediglich den bilanzierten Kaderwert und Lewandowski herausrechnen, kommt man derzeit auf einen Kaderwert von 180 Millionen.

Langfristig sollte man im Blick haben, daß ganz generell sehr viel mehr möglich ist. Es geht eben nicht nur um den Buchwert und stark modellierte Kaderwerte. Auch die Peergroup sollte man beachten, wird von keinem Analysten berücksichtigt, warum eigentlich? 


Quellen: